Futura Biennale
Schöneweide · 2027
Die erste Futura war Versuch, Werkstatt und Auftakt zugleich — ein Format auf der Suche nach seiner Form. Was wir aus ihr lernen, prägt die Futura 2027: schärfer gefasst, mit klarerer Dramaturgie und einem Folgeprozess, der nicht beim Applaus endet.
Von der Auftaktveranstaltung bis zum Finale spannten sich verschiedene Formate nebeneinander auf — Diskurs, Werkstatt, Spiel und Begegnung. Eine Auswahl der Stationen, auf die die Futura 2027 aufbaut.
Eröffnung der ersten Futura — mit Andrea Funcke und einem ersten Versuch, Lokales und Zukünftiges in einem Raum zusammenzubringen.
Zwei Formate parallel: tiefe Bohrungen in die Standortgeschichte einerseits, philosophisches Gespräch über Zukünfte andererseits.
Industrielle Transformation, neu erzählt: Was wird aus den Hallen, wenn Produktion sich wandelt — und wer entwirft das Folgende?
Werkstatt-Tag — vom Zukunftslabor bis zum Debatten-Tangram, das verschiedene Akteursperspektiven gegeneinander legt.
Doppelpass: Krisendiagnose am Vormittag, gemeinsames Fest am Abend. Die Futura nimmt beides ernst.
Das Finale — mit Zukunftspreisen, Future Booth und einer Zwischenbilanz, die zeigt: hier ist mehr im Werden.
Aus der ersten Futura ist mehr hervorgegangen als ein Veranstaltungs-Rückblick. Die Schöneweider Zukunftspreise haben einen ersten Träger gefunden — die Schöneweider KiezKarte (Idee: Dirk Sarnoch / WERK 116), ausgezeichnet mit dem Jurypreis. Die Karte verbindet lokale Kaufkraft mit einem Bürgerfonds für Kultur, Open-Air-Kino und Nachbarschaft.
Genau dieses Muster — von der Skizze zur tragfähigen Umsetzung mit konkreten Akteuren vor Ort — soll die Futura 2027 systematisch verstetigen. Die Träger der Schöneweider Zukunftspreise werden bis zur Futura 2029 begleitet.
Auf der Futura 2025 lief das Quiz auf Postern, QR-Codes und Smartphones. Es war Türöffner, Eisbrecher und Selbstreflexion in einem. Wer in drei Minuten herausgefunden hat, dass er Captain Futures ist und sein Gegenüber Retro-Rebellin, hatte ein Gesprächsthema, bevor das eigentliche Gespräch begann.
Erstens: Energie braucht eine Dramaturgie. Die zehn Lab-Tage waren für Hackathon-Energie zu lang und für Stadtentwicklung zu kurz. Die Futura 2027 antwortet mit vier Phasen über zwölf Tage — Framing, Sprint, Schärfung, Messe.
Zweitens: Bewertung muss verbindlich werden. Applaus reicht nicht. Die zweistufige Bewertung — Fachjury und Umsetzungsvotum — sorgt dafür, dass Preise nur dort vergeben werden, wo Eigentümer, Finanziers oder Pat:innen sich konkret zusagen.
Drittens: Jugend ist konstitutiv, nicht dekorativ. Ein separater Jugend-Track wird zum Nebentisch. In der Futura 2027 hat jedes Team mindestens zwei Teilnehmende unter 25 Jahren, und ein Teil der Aufgabenstellungen wird von Jugendlichen selbst formuliert.
Wer 2025 dabei war oder die Futura aus der Ferne beobachtet hat: das nächste Kapitel läuft — die Futura Biennale 2027 vom 10.–26. September 2027.
Ein Jahr Vorlauf, viele Stimmen — bring Deine Idee, Räume oder Zeit ein. Industriesalon Schöneweide, Reinbeckstraße 10, 12459 Berlin.